Ballina Magazina Albanische Vertretung in der Schweizer Politik: Gespräch mit Gadaf Muharemi

Albanische Vertretung in der Schweizer Politik: Gespräch mit Gadaf Muharemi

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MODERATORIN:
Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, wir sind zurück im Studio mit der Rubrik „Persönlichkeit des Tages“. Heute sprechen wir über ein politisches Thema: über einen Albaner, der erneut für die Stadtversammlung von Zürich kandidiert. Wir sprechen über die Wahlen dort, über die Integration der Albanerinnen und Albaner und weitere Themen.

Es ist uns eine Ehre und Freude, heute Gadaf Muharemi, Kandidat für die Stadtversammlung von Zürich, bei uns im Studio zu begrüßen. Herzlich willkommen!

GADAF MUHAREMI:
Vielen Dank, ich freue mich sehr hier zu sein. Ich danke Ihnen herzlich für die Möglichkeit – es ist bereits das dritte Mal, dass ich in Ihrer Sendung zu Gast sein darf. Vielen Dank!

MODERATORIN:
Danke Ihnen. Beim ersten Mal ging es um Ihre erste Kandidatur, beim zweiten Mal sprachen wir ausführlicher über die Wahlen hier in Nordmazedonien, und nun über Ihre erneute Kandidatur. Sie haben bereits einmal kandidiert und tatsächlich den Einzug in die Stadtversammlung von Zürich geschafft. Jetzt streben Sie die zweite Amtszeit an, richtig?

GADAF MUHAREMI:
Ja, genau. Vor vier Jahren war meine erste Kandidatur bzw. mein erster Versuch, Teil der Stadtversammlung von Zürich zu werden. Glücklicherweise konnte ich die nötigen Stimmen erhalten und wurde Mitglied der Versammlung. Die Zeit ist viel schneller vergangen, als ich erwartet hatte. Nun, vier Jahre später, sind wir an dem Punkt, an dem wir darüber sprechen, was bisher passiert ist und was in Zukunft ansteht.

Was haben Sie konkret in Ihrer bisherigen Amtszeit getan?

MODERATORIN:
Was haben Sie konkret für die Albanerinnen und Albaner in Ihrer letzten Amtszeit getan? Gibt es ein Beispiel, bei dem Sie spürbar zum Nutzen der Albaner in der Schweiz beigetragen haben?

GADAF MUHAREMI:
Ja, das gibt es. Natürlich: Wir Albanerinnen und Albaner, die dort leben und uns aktiv politisch engagieren – ob auf nationaler oder lokaler Ebene – haben nicht ausschließlich das eigene Community-Interesse als Hauptziel. Aber unsere Community spielt selbstverständlich eine wichtige Rolle, und wir sollten sie in den Institutionen, in denen wir präsent sind, gut vertreten.

Wenn wir nur über Themen sprechen, die die Albaner betreffen, gab es mehrere Punkte. Ich möchte zwei Beispiele nennen, die ich für besonders wichtig halte.

Erstens: In der Schweiz findet eines der größten Festivals der Communities statt, die dort leben – das albanische Community-Festival. In der Anfangszeit hatten die Organisatoren Probleme mit dem Standort: Jedes Jahr mussten sie bei der Gemeinde eine Bewilligung beantragen. Mal fiel die Antwort positiv aus, mal negativ.

Wichtig ist: In der Stadtversammlung in Zürich bin ich nicht der einzige Albaner – wir sind drei Albaner. Wir haben uns zusammengeschlossen und die Initiative ergriffen, um über eine Regelung dafür zu sorgen, dass die Standortfrage durch die zuständige Gemeinde verbindlich geregelt wird. Als Ergebnis konnten wir nicht nur andere Parteien, sondern auch weitere Mitglieder der Versammlung überzeugen. Heute ist der Ort festgelegt und zugesichert – und die Organisatoren haben nicht mehr jedes Jahr diese Unsicherheit: „Bekommen wir die Erlaubnis oder nicht?“.

Das ist ein klares Beispiel für die Arbeit, die wir innerhalb der Kommune leisten – und für die Community, der wir angehören, in diesem Fall für die Albanerinnen und Albaner.

Zusammenarbeit Zürich–Prishtina: Müllfahrzeuge

GADAF MUHAREMI (fortsetzt):
Zweitens – das betrifft nicht ausschließlich die Albaner in der Schweiz, sondern auch die Rolle, die wir als Brücke zwischen der Schweizer Politik und der Politik in den Herkunftsländern spielen: Kosovo, Nordmazedonien, Albanien und andere.

Vor zwei Jahren, wenn ich mich nicht irre, waren wir mit einer Gruppe von Stadtparlamentariern aus Zürich in Prishtina – Albaner, Schweizer und Vertreter anderer Communities, die Teil der Stadtversammlung sind. Wir hatten dort mehrere Treffen, unter anderem auch Austauschgespräche mit dem Bürgermeister von Prishtina.

Ein zentrales Problem von Prishtina war die Müllentsorgung: Es gab zu wenige Müllfahrzeuge, und aufgrund des Budgets konnten nicht ausreichend neue angeschafft werden.

Vor Ort wurde keine konkrete Vereinbarung getroffen. Doch zurück in der Schweiz haben wir – parteiübergreifend – zusammengesessen und einen Vorschlag ausgearbeitet, den wir in der Stadtversammlung zur Abstimmung brachten: Jedes Müllfahrzeug, das in Zürich außer Dienst gestellt wird, aber noch einsatzfähig ist, soll der Stadt Prishtina kostenlos übergeben werden. Das ist inzwischen in Umsetzung – vor einigen Monaten waren wir dort, um den Prozess der Lieferung dieser Fahrzeuge zu starten.

Das zeigt, warum Vertretung wichtig ist – und was man bewirken kann, während man sich selbstverständlich auch für die Schweizer Politik engagiert, denn dort leben wir.

Warum Sie – und nicht ein anderer Kandidat?

MODERATORIN:
Zürich ist eine Metropole. Was können Sie als Stadtparlamentarier zusätzlich anbieten – anders als andere Kandidaten? Warum sollten die Menschen Sie wählen und nicht jemand anderen?

GADAF MUHAREMI:
Das ist eine sehr berechtigte Frage – meist die zentrale: Warum Sie und nicht jemand anderes?

Kurz gesagt: Während meines gesamten Engagements – auch schon vor dem Mandat und erst recht währenddessen – habe ich versucht, die Stimme derjenigen zu sein, die politisch am wenigsten wahrgenommen werden. Leider funktioniert Politik, auch in westlichen Ländern, oft nach dem „Zahlenkalkül“: Welche Gruppe ist größer, wo gibt es mehr Stimmen, wo gibt es stärkere Lobbystrukturen. Das hat mich immer wieder fragen lassen: Warum sind Menschen, die weniger laut sind, nicht auch entsprechend vertreten?

Deshalb habe ich mich besonders auf Sozialpolitik konzentriert und versucht, genau diesen Menschen innerhalb der Stadtversammlung Gehör zu verschaffen.

Ein Beispiel: Mir ist aufgefallen, dass Menschen mit Autismus politisch sehr wenig vertreten und kaum im Fokus sind. Daraus wurde ein eigenes Thema, für das ich mich über längere Zeit engagiert habe.

Zuletzt – in der letzten Sitzung vor den Ferien in Zürich – gab es einen Vorschlag einer anderen Partei zu schwerkranken Kindern, die nicht genügend Möglichkeiten hatten, entsprechende Unterstützung zu bekommen. Ich habe diesen Vorschlag überzeugend unterstützt und konnte auch in meiner eigenen Partei dafür werben, dass er mitgetragen und angenommen wird.

Am Ende sehe ich mich nicht als „klassischen Politiker“, sondern eher als Aktivist mit einer Mission innerhalb der Politik. Warum sollte man mich wählen? Weil ich weiterhin den Menschen eine Stimme geben möchte, die selten gehört werden, wenig vertreten sind und kaum im Fokus stehen. Deshalb glaube ich, dass ich ein weiteres Mandat verdiene – aber letztlich entscheiden die Wählerinnen und Wähler, ob sie mit meiner Arbeit in den letzten vier Jahren zufrieden waren.

Wie läuft Wahlkampf in der Schweiz?

MODERATORIN:
Wie sieht die Wahlkampfform aus? Unterscheidet sie sich von Wahlkämpfen bei uns?

GADAF MUHAREMI:
Ja, deutlich. Hier sieht man oft große Veranstaltungen und Massenkundgebungen: Je mehr Menschen, desto besser wirkt es. In der Schweiz wird diese Form weniger bevorzugt und meist nicht als zentrales Wahlkampfmittel eingesetzt.

Dort ist Wahlkampf viel direkter: mit den Menschen. Es gibt bestimmte Plätze in der Stadt oder in den Quartieren, in denen man kandidiert. Man steht dort, spricht mit Bürgerinnen und Bürgern, verteilt Informationen, erklärt, wofür man steht. Also direkte Kommunikation statt große Massen. Natürlich gehören auch Medienauftritte dazu, so wie hier in der Sendung.

Wie viele Stimmen braucht man – und wer darf wählen?

MODERATORIN:
Wie viele Stimmen benötigen Sie, um das nächste Mandat zu gewinnen?

GADAF MUHAREMI:
In der Schweiz gibt es ebenfalls Wahlkreise bzw. Zonen. Ich gehöre zur Zone 12 der Stadt Zürich. Das ist ein kleinerer Bereich mit weniger Wählerinnen und Wählern. Die benötigte Stimmenzahl variiert je nach Zone und hängt auch vom Parteiergebnis insgesamt ab.

Grob gerechnet benötige ich etwa 1.600 bis 1.700 Stimmen, um erneut gewählt zu werden.

MODERATORIN:
Welche Voraussetzungen müssen Wählerinnen und Wähler erfüllen, um überhaupt wählen zu dürfen?

GADAF MUHAREMI:
Es ist sehr einfach: Man muss Schweizer Staatsbürger sein. Ohne Schweizer Staatsbürgerschaft kann man nicht wählen.

Wer wahlberechtigt ist, bekommt die Abstimmungsunterlagen per Post nach Hause. Wer diese Unterlagen nicht erhält, ist nicht wahlberechtigt.

Integration der Albaner in der Schweiz

MODERATORIN:
Sie sind in der Sozialdemokratische Partei der Schweiz, richtig? Sprechen wir über die Integration der Albaner in der Schweiz. Kann man sagen, die Integration sei „abgeschlossen“?

GADAF MUHAREMI:
Ich würde nicht sagen, dass sie abgeschlossen ist – aber sie ist sehr weit fortgeschritten. Heute ist es schwer, sich in der Schweiz ein Berufs- oder Politikfeld vorzustellen, in dem es keine Albaner gibt.

Vor allem die zweite und dritte Generation ist gut integriert: Sie hat unterschiedliche Positionen erreicht und leistet gute Arbeit in ihren Berufen. Dennoch: Integration muss weitergehen – ohne in Assimilation umzuschlagen. Wir sollten uns richtig integrieren. Im Vergleich zu vor fünf oder zehn Jahren sind wir sehr weit.

MODERATORIN:
Ich habe den Eindruck, dass Albaner in der Schweiz stärker integriert sind als in vielen anderen europäischen Ländern. Woran liegt das?

GADAF MUHAREMI:
Auch ich habe versucht zu verstehen, warum. Das Schweizer demokratische System bietet mehr Möglichkeiten als viele andere Systeme. Gleichzeitig gilt die Schweiz als Land mit strengen Regeln gegenüber Ausländern – aber ihre direkte Demokratie eröffnet Wege, sich im Rahmen klarer Regeln zu integrieren.

Ein weiterer Faktor ist die Partei, mit der ich kandidiere: die Sozialdemokratie. Sie ist national eine der großen Parteien und setzt sich seit jeher stark für Integration ein. Wenn eine große Partei aktiv Integration unterstützt, schafft das automatisch bessere Integrationsmöglichkeiten. Der Weg vom Stadtparlament bis in die Regierung ist lang, aber nicht unmöglich.

Ambitionen für höhere Ebenen?

MODERATORIN:
Haben Sie Ambitionen für eine Exekutivfunktion oder höhere Ebenen?

GADAF MUHAREMI:
Interessante Frage. Wenn wir fragen, ob es möglich ist: Ja, es ist möglich – es gibt konkrete Beispiele.

Ein Kollege von mir war früher ebenfalls in der Stadtversammlung und kandidierte später national – und wurde als Nationalparlamentarier gewählt: Islam Alijaj. Das zeigt, dass es möglich ist.

Aber es braucht Engagement, Arbeit, Anstrengung. Der Wettbewerb ist nicht leicht. Man konkurriert wie alle anderen. Es ist nicht so, dass man allein wegen der Herkunft einen Vorteil hat – man muss genauso fähig sein.

Für mich persönlich: Ich bin noch nicht sicher. Ich kann heute weder klar „nein“ noch klar „ja“ sagen, weil ich mich derzeit auf die Stadtversammlung fokussiere. Danach sehen wir, was die Zeit bringt.

Zusammenarbeit unter albanischen Politikerinnen und Politikern

MODERATORIN:
Es gibt Albaner, die in der Schweizer Politik aktiv sind. Wie ist die Kommunikation und Zusammenarbeit untereinander?

GADAF MUHAREMI:
Es gibt viele. Aufgrund der Kantone und der Dezentralisierung findet man Albaner in unterschiedlichen Regionen. Ein Beispiel: In Luzern gibt es eine Ministerin – wenn ich mich nicht irre – für innere Angelegenheiten/Polizei: Ylfete Fanaj.

Es gibt Albaner in verschiedenen Parteien. Bei den Liberalen gibt es beispielsweise Përparim Avdili, der ebenfalls kandidiert.

Wir haben eine sehr gute Kommunikation. Auch wenn wir ideologisch in vielen Themen nicht übereinstimmen, bleibt der Austausch bestehen – und das ist gut. Man unterstützt sich gegenseitig, auch beim Vorankommen in unterschiedlichen Bereichen.

Wir haben jeden Mittwoch Sitzungen der Stadtversammlung. In den Pausen oder danach trifft man Kolleginnen und Kollegen aus anderen Parteien – das ist ganz normal.

Referenden und rechte Strömungen

MODERATORIN:
Gibt es in der Schweiz rechte Strömungen, die über Referenden versuchen, die Rechte von Ausländern einzuschränken? Was sagen Sie diesen Kräften?

GADAF MUHAREMI:
Es gibt eine Partei, die sehr rechts steht, und über Referenden gab es immer wieder Versuche, Rechte von Communities einzuschränken.

Aber die beste Antwort ist unsere Arbeit: wie gut wir integriert sind, wie sehr wir uns engagieren und für das Land arbeiten, in dem wir leben. Wir müssen nicht in leere Debatten gehen. Mit Engagement und Integration geben wir die beste Antwort.

Oft sind extreme Parteien – rechts oder links – populistischer, als dass sie sich mit den realen Themen der Menschen beschäftigen. Meine Antwort bleibt daher: Integration und Arbeit für das Land und für die Menschen, die wir vertreten.

Warum Schweizer Politiker global weniger bekannt sind

MODERATORIN:
Warum sind Schweizer Politiker – sogar in führenden Funktionen – global weniger bekannt? Was macht die Schweizer Politik besonders?

GADAF MUHAREMI:
Die Schweiz ist international als neutrales Land bekannt (auch wenn ich persönlich nicht vollständig daran glaube), und von außen wird das so wahrgenommen.

Ein Grund für die geringere internationale Bekanntheit ist, dass sich Schweizer Politiker stark auf konkrete Themen konzentrieren – nicht darauf, „groß aufzutreten“. Sie fokussieren darauf, welche Themen positiv für ihr Land sind. Wer themenorientiert arbeitet und weniger auf Selbstdarstellung setzt, steht international oft weniger im Rampenlicht.

Die Schweiz ist klein und spielt nicht in jeder globalen Frage eine Hauptrolle, ist aber für sich sehr fortschrittlich und wirtschaftlich stabil. Gleichzeitig ist der Einfluss nicht gering: Gerade bei großen Konflikten leistet die Schweiz oft einen wertvollen Beitrag zu Vermittlung, Frieden und Fortschritt.

Biografie und persönlicher Weg

MODERATORIN:
Da Sie erneut kandidieren: In Kürze Ihre Biografie. Ein Albaner in der Stadtversammlung von Zürich ist für viele ein großer Stolz. Was ist Ihr Hintergrund?

GADAF MUHAREMI:
Wie schon früher erwähnt: Mit 14 Jahren kam ich aus dem Dorf Pallçiq im Raum Tetova und emigrierte in die Schweiz, um zu meinen Eltern zu ziehen, die bereits dort lebten.

Die Anfangszeit war schwer. In diesem Alter ist es nicht einfach, sich an andere Regeln und eine andere Mentalität anzupassen. Eine weitere Herausforderung war die Sprache, weil ich sie nicht beherrschte.

Dank meiner Eltern, die nie aufgegeben haben, konnte ich die Schule fortsetzen, Politikwissenschaften studieren und mich in unterschiedlichen Bereichen engagieren. Das ist – sehr kurz – meine Biografie. Hätte man mich vor 20 Jahren gefragt, ob ich heute hier wäre, hätte ich das kaum für möglich gehalten.

Warum Politik?

MODERATORIN:
Sie haben auch einen Beruf neben der Politik. Was hat Sie dazu gebracht, in der Schweiz politisch aktiv zu werden?

GADAF MUHAREMI:
Es sind zwei Dinge: Erstens mein politisches Engagement und mein Studium der Politikwissenschaft – dadurch ist man automatisch näher an politischen Themen.

Zweitens war ich, bevor ich aktiv in die Politik ging, in NGOs und humanitären Organisationen tätig. Dort berührt man Politik direkt, weil man Themen nur weiterbringen kann, wenn man mit Entscheidungsträgern arbeitet. Und ja – neben Arbeit und Einsatz gibt es beim Wählen auch immer einen Faktor Glück.

Beruf und mögliche Rückkehr

MODERATORIN:
Was machen Sie beruflich?

GADAF MUHAREMI:
Neben meinem Studium arbeite ich im städtischen öffentlichen Verkehr in einer Führungsfunktion und leite ein Team. Außerdem unterrichte ich in einem Bereich, der mit öffentlichem Verkehr zu tun hat. Der öffentliche Verkehr ist somit mein beruflicher Schwerpunkt.

MODERATORIN:
Denken Sie manchmal daran, in die Heimat zurückzukehren und dort zu beitragen – mit Ihren Erfahrungen aus der Schweiz?

GADAF MUHAREMI:
Das ist eine Frage, die ich mir oft stelle. Manchmal zwingen einen Umstände zu Entscheidungen. Ich kann nicht „nein“ sagen, aber auch nicht ein klares „ja“.

Ich denke oft darüber nach, eines Tages auch in der Heimat mitzuwirken – vielleicht nicht sofort zu 100%, sondern schrittweise, z.B. zunächst zu 10%. Wenn ich es in Prozent ausdrücke, bin ich bei etwa 60% „ja“ und 40% „nein“.

Schlussbotschaft und Wahltermin

MODERATORIN:
Welche Botschaft haben Sie zum Schluss – insbesondere an die albanischen Wählerinnen und Wähler? Und wann sind die Wahlen?

GADAF MUHAREMI:
Die Wahlen sind am 8. März – das ist der letzte Wahltag. In der Schweiz gibt es aber auch das Briefwahl-System.

Ab Montag (etwa zwischen dem 9. und 11.) erhalten Wahlberechtigte die Unterlagen per Post. Ab diesem Zeitpunkt haben sie drei Wochen Zeit, per Post abzustimmen. Wer es in drei Wochen nicht schafft, muss am 8. März persönlich ins Wahllokal gehen.

Ich bitte alle Albanerinnen und Albaner, die wahlberechtigt sind, massenhaft wählen zu gehen – und Albaner zu wählen. Natürlich bitte ich auch um meine Stimme. Durch das Wahlsystem können sie aber mehrere Kandidaten wählen.

Wenn jemand zwischen mir und einem anderen Albaner schwankt, soll er einfach beide oder mehrere wählen. Das Wichtigste ist: wählen gehen. Und wenn sie möchten, dass ihre Stimme stärker gehört wird, ist es umso besser, albanische Kandidaten zu unterstützen. Und wenn sie wollen, dass auch jene Menschen eine Stimme bekommen, die kaum gehört werden und selten im Fokus stehen, dann sollen sie mich wählen. Ich wäre sehr glücklich, wenn ich nochmals die Möglichkeit bekäme, Teil der Stadtversammlung von Zürich zu sein und weiter beizutragen.

Abschluss

MODERATORIN:
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und bin überzeugt, dass Sie wieder in die Stadtversammlung von Zürich einziehen werden. Danke nochmals!

GADAF MUHAREMI:
Vielen Dank Ihnen für die Einladung.

MODERATORIN:
Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, das war unsere Rubrik „Persönlichkeit des Tages“. Das war’s für diesen Freitag. Wir sehen uns am Montag wieder. Bis dahin wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende. Auf Wiedersehen!